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12.04.2010

Batteriehersteller FZ Sonick sieht Markt für Zebra-Batterien skeptisch

Dass ein Batteriehersteller seine Chancen bei Elektroautos skeptisch sieht, kommt eher selten vor. Nicola Cosciani, Chef der Schweizer Batterieherstellers FZ Sonick SA, hält den Markt von Zebra-Batterien für Privatautos derzeit nicht für allzu vielversprechend, wie die Montreal Gazette berichtet. Das Wachstum in diesem Markt sei schwer vorauszusagen, unter anderem weil unklar sei, wie große Autohersteller in diesem Markt weiter vorgehen wollen. Außerdem stehe nach wie vor die Frage im Raum, wie Autokäufer auf die Nachteile (?) der Elektroautos reagieren. Einerseits machten Fördergelder Elektroautos attraktiv, doch andererseits gebe es Bedenken wegen der geringen Reichweite.

Zwar würden viele Autohersteller Lithium-Ionen-Batterien favorisieren, aber laut Cosciani kosten Zebra-Batterien nur gut die Hälfte pro Kilowattstunde Kapazität – etwa 600 statt 1200 Euro. Die Batterietechnik kommt ohne besonders teure Materialien aus, gilt als langlebig und chemisch stabil. Cosciani sieht die Chancen für sein Unternehmen eher im Flottenbetrieb oder auch der Telekommunikation und der Energieversorgung. Ein Kunde dieser Art ist die französischen Firma Venturi, die Fahrzeuge für die französische Post für Elektroautos umbaut Die Schlussfolgerung, dass unter Batterieanbietern nun eine grundlegende Marktskepsis ausbricht, wäre allerdings ein Missverständnis. Wie aus den Worten Coscianis indirekt hervorgeht, sieht er für Zebra-Batterien einen Markt vor allem dort, wo annähernd Dauerbetrieb herrscht. Der Grund liegt in der Hochtemperaturtechnik: Bei allen Vorteilen besteht ein Nachteil der Zebra-Batterie (Natrium-Nickelchlorid-Batterie), dass selbst bei guter Isolierung ein großer Energieeinsatz zum Erhalt der Temperatur notwendig ist. Dies ist um so schwerwiegender, je mehr Standzeiten ein Fahrzeug hat – wie es für Fahrzeuge in Privatbesitz typisch ist.

Die Energiedichte von Zebra-Batterien wird mit etwa 100-120 Wh/kg angegeben, die von Lithium-Ionen-Batterien bis zu etwa 160 Wh/kg, die Zahlen variieren je nach Quelle. Ob der Kostennachteil für Lithium-Ionen-Batterien bestehen bleibt, bleibt vorläufig ohnehin offen. Professor Dirk-Uwe Sauer von der RWTH Aachen zeigt in einem Vortrag im September 2009, wie unterschiedlich die Einschätzungen ausfallen. Während man (seinerzeit) mangels vorhandenem Markt bei Hochenergiebatterien 1000 bis 1500 Euro in einer Kleinserie ausgehen konnte, gingen Schätzungen von Marktforschen hinsichtlich der erreichbaren Kosten in Massenproduktion von 500 Euro aus, in Japan sogar von 160 Euro pro kWh. Laptop-Batterien lagen 2009 demnach bei 220 Euro/kWh, ihr Preis sei aber zwischen 1995 und 2005 um Faktor 5 gesunken. Diese Zahlen machen deutlich, warum eine vernünftige Kostenschätzung auch heute noch äußerst schwierig ist.

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