Kleine Zeitung Kärnten: "Leiser als eine Elektrozahnbürste"

Aus Elektrotrieb

Wechseln zu: Navigation, Suche

„Leiser als eine Elektrozahnbürste“

Eine weitere Elektrotankstelle eröffnete in Wolfsberg bei der Fachberufsschule. Die Kleine Zeitung hat mit zwei E-Autolenkern über ihre Fahrerlebnisse und Tankschwierigkeiten gesprochen.

  Von DANIELA GRÖSSING

Zurzeit gibt es im Bezirk Wolfsberg rund 13 öffentliche und mehrere private E-Tankstellen. Vergangene Woche eröffnete eine weitere bei der Fachberufsschule in Wolfsberg. Elektroautofahrer müssen jedoch noch mit einigen Schwierigkeiten kämpfen, denn nicht jede E-Tankstelle verfügt über die gleichen Steckdosen und so kann es sein, dass man ohne Strom wieder nach Hause fahren muss. Die Kleine Zeitung hat mit zwei Elektroautofahrern im Bezirk gesprochen.

Gerhard Penz, Autohändler in Wolfsberg, ist selbst seit Kurzem Besitzer eines Elektroautos: „Ein E-Auto hat mich schon aus beruflichen Gründen gereizt. Es ist ein völlig anderes Fahrgefühl, so Penz, der vor allem das Drehmoment des Fahrzeugs lobt: „Das Auto bringt konstant die gleiche Leistung.“ Penz empfiehlt aber, zusätzlich ein Haushaltsladekabel mitzunehmen. So könne man beinahe an jeder E-Tankstelle Strom tanken. Für die Stromzapfsäule bei der Berufsschule benötigt man übrigens einen CEE-Stecker oder ein passendes Adapterkabel. Diese ist vom Land Kärnten finanziert worden und liefert, wie alle „lebensland“-Ladestationen derzeit noch gratis Strom.

Zu Hause zahlt man für eine Vollladung, welche je nach Kabel zwischen fünf und acht Stunden dauert, zwei bis drei Euro. „Die E-Tankstellen in der Stadt sind dann sinnvoll, wenn es überall einheitliche Stecker gibt“, so Penz, der wegen der langen Ladezeit lieber zu Hause tankt. Der Wolfsberger Andreas Schönhart ließ der Umwelt zuliebe sein altes Auto zu einem Elektroauto umbauen. Schönhart benützt zwar die E-Tankstellen in Wolfsberg während er in der Stadt ist, aber auch er bevorzugt es wegen der langen Ladezeit, zu Hause sein Auto mit neuer Energie zu versorgen. Das Land Kärnten versucht mit dem technischen Neuerungen Schritt zu halten und plant eine Vereinheitlichung ihrer E-Tankstellen. „Wir werden unsere E-Tankstellen schrittweise umstellen, damit sie für die gängigen Kabelsorten kompatibel sind“, so Gerald Miklin, von „lebensland Kärnten“.

Ein weiteres Manko ist die Reichweite: „Mein E-Auto fährt im Winter rund 100 Kilometer. Durch die Heizung verbraucht man mehr Strom“, so Penz. Schönhart kann circa 80 Kilometer oder neunzig Minuten fahren. Sein Elektroauto möchte er aber auf keinen Fall missen: „Meine elektrische Zahnbürste geht lauter“, so Schönhart.

Auch die Politik in Wolfsberg setzt auf E-Mobilität: „Der Bedarf in Wolfsberg ist zwar zurzeit noch nicht gegeben, aber wir sollten in die Zukunft blicken“, so Umweltreferent Harald Trettenbrein (FPK). Er plant weitere Ladestationen für Wolfsberg.

Quelle: Kleine Zeitung Kärnten/Lavanttal
Persönliche Werkzeuge