DerStandard: Postzustellung in der Wachau elektrisch

Aus Elektrotrieb

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Wenn Angela Schiller in Dürnstein die Post zustellt, stellen ihr die Leute gern Fragen: „Wie ist das denn?“ und „Funktioniert das überhaupt schon?“ hört sie immer wieder. Frau Schiller bringt nämlich nicht nur Briefe und Pakete, sondern gewissermaßen auch den Beweis in die Wachau, dass ein E-Auto für diesen Zweck keineswegs untauglich ist. Seit rund eineinhalb Jahren ist sie täglich mit einem unterwegs und findet daran gar nichts Besonderes mehr: „Wenn ich alle Wege zusammenrechne, lege ich inklusive der Hin- und Rückfahrt nach Krems 35 Kilometer zurück. Das schaffen wir mit dem Modell locker.“ Interessant ist dabei auch, wie die Post die Nutzung dieses E-Mobils gestaltet: „Bei diesem E-Auto haben wir ein Car-Sharing-Modell“, erklärt Schiller. „Ich hole das Auto jeden Morgen bei der Krems-Chemie ab und bringe es wieder dorthin zurück. Die haben nämlich auch die nötige Infrastruktur, um es dann über Nacht aufzuladen.“

In der näheren Umgebung begegnet Schiller freilich noch kaum anderen E-Mobilen. Die Post selbst verfügt derzeit aber schon über einen kleinen Fuhrpark von E-Autos, die österreichweit eingesetzt werden. Anfang 2012 nahmen die ersten 18 Exemplare den Regelbetrieb auf, weitere sollen folgen.

Nach insgesamt zehn Jahren im Zustelldienst fällt die persönliche Bilanz von Schiller nach dem Umstieg überwiegend positiv aus: „Es war nur eine kleine Umstellung vom Fahrverhalten - das Auto hat nämlich Automatik. Und mit dem neuen Modell, das ich seit Winter fahre, wurden zudem viele Kinderkrankheiten behoben", wird in der jüngsten Ausgabe des Standard berichtet.

Anm.: Was nur mehr wenige wissen, schon 1948 bis 1988 wurde in Wien die Paketpost mit Elektro-Lkws zugestellt, die noch mit Bleiakkus unterwegs waren. Ein 12-t-Lkw war z.B. mit einer Batterielast von 2,2 t ausgerüstet.

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